27. Januar 2015

Topf-ABC

 

A:

Ausblühungen
Das Naturmaterial Ton ist durchlässig und atmungsaktiv. Durch dieses Porengefüge sind Terracottagefäße in der Lage Wasser zu verdunsten. Dies kühlt die Pflanzen im Sommer und wärmt sie im Winter und kommt dem natürlichen Standort im Boden am nächsten.
Da mit dem Gießwasser auch Kalk, Düngersalze und Säuren der Erde transportiert werden und ebenfalls durch den Ton mit aufgesogen werden, kann es an der Außenfläche eines Terracottatopfes zu einer weißlichen Ablagerung dieser Stoffe kommen, ähnlich der Effekt eines Filters.
Je nach Tonqualität, Dicke des Gefäßes, Art des Gießwassers, Dünger, Erde und Pflanze kann es zu unterschieden in der Ablagerungsintensiät kommen. Ein Impruneta Gefäß zum Beispiel verändert sich durch die extreme Dichte des Tones nur sehr langsam in der Oberflächenoptik. Bei einem nicht frostfesten Terracottagefäß, ein Großteil der angebotenen Terracottakübel auf dem deutschen Markt ist nicht frostfest, kann es durch das deutlich größere Porengefüge zu einer sehr zügigen Oberflächenveränderung kommen.
Essig oder Zementreiniger helfen bei der Reinigung, am besten geht dies mit einer Bürste.
Dieser Vorgang muss immer mal wiederholt werden, da der Ton mit dem Wasser immer wieder reagiert – siehe auch Bereich Pflege.
Verhindert werden können Ausblühungen nur, indem der Ton behandelt wird (spezielle Imprägnierung, bei Teramico erhältlich) oder man legt eine Folie an die Gefäßwände, so dass nur wenig Wasser an den Ton gelangen kann, ebenso ist es möglich einen Übertopf in den Pflanztopf zu stellen. Dies verhindert, dass die Gefäßwände mit Feuchtigkeit in Berührung kommen und sich somit verändern.

B:

Bepflanzen eines Topfes – Tipps für Gefäße im Winter
Füllen Sie bitte eine Schicht aus Kies oder Tonscherben in das Gefäß ein. Diese sollte je nach Topfgröße zwischen 5– 10 cm stark sein. Am besten legen Sie über das Abflussloch eine gewölbte Scherbe damit sich Dieses nicht unbemerkt mit der Zeit zusetzten kann.
Stellen Sie das Gefäß unbedingt auf  Füße, Holzleisten oder Klinkerreste damit das Wasser Sommers wie Winters gut abfließen kann. Dadurch vermeiden Sie ein Zuschlämmen des Bodenloches, das Wasser kann sich nicht im Gefäße aufstauen und es kann sich keine Eisplatte um den Gefäßboden bilden.
Untersetzer müssen im Winter unbedingt entfernt werden.
Bauchige oder nach oben enger werdende Kübel müssen im Winter unter ein Vordach gestellt oder eingelagert werden, da hier die feuchte Erde bei Ausdehnung durch Frost das Gefäß sprengen kann. Tipps zur Bepflanzung beachten. Falls Sie keine Möglichkeit haben solche Gefäße unterzustellen, können Sie bei der Bepflanzung solcher Töpfe folgendes beachten. Entweder Sie bepflanzen das Gefäß nicht direkt, das heißt Sie stellen einen Übertopf in das Gefäß oder Sie stellen an die Innenwände aufrecht Styroporplatten oder Ähnliches auf, damit diese als eine Art Dehnungsfuge fungieren.
Gefäße mit sich nach oben erweiternder Öffnung sind sicherer als solche mit sich parallel gegenüberstehenden Seiten, da sich die gefrorene Erde nach oben ausdehnen kann.
Sandige Erde hilft dem schnellen Abfluss, lehmige, stockende Erde hingegen hält das Wasser zurück.
Entfernen Sie aufliegenden Schnee vor dem Tauwetter.
Durch Abdeckung mit Folie können Sie das Gefäß vor Nässe schützen.
Auch hilft es, das Gefäß unter eine überdachte Veranda oder ähnliches zu stellen.
Setzen Sie das Gefäß, wenn möglich, nicht der direkten Sonnenbestrahlung aus, sonst taut es am Tage an der Oberfläche auf und der Ton saugt sich richtig voll. Da das Wasser durch das noch gefrorene Innere nicht ablaufen kann, gefriert es in der Nacht erneut und kann dann zu Schäden führen.
Gefährlich ist nicht die absolute Minustemperatur, sondern die häufigen Tag-/Nachtwechsel mit Temperaturen zwischen +5°C und -5°C.

 

Brandrisse/Trocknungsrisse
Beim Trocknen gibt die Tonmasse das enthaltene bisher gebundene Wasser ab und schrumpft um ca. 10% zusammen. Dabei kann es an Stellen mit mehr Tonmasse, wie zum Beispiel in Ecken oder am Boden, zu so genannten Trocknungsrissen kommen, da dort der Ton noch mehr zusammenschrumpft. Da diese Risse vor dem endgültigen Aushärten des Tones durch den Brennvorgang entstanden sind und nicht durch nachträgliche Beschädigung wie zum Beispiel beim Transport, gefährden diese Trocknungsrisse/Brandrisse die Haltbarkeit der Pflanzgefäße nicht. Der Klangtest beweist es: der Klang ist rund und voll.

Brenntemperatur
Mit Brenntemperatur wird die maximal erreichbare Temperatur bezeichnet, die ein Gefäß für seine höchste Festigkeit benötigt.
Bei Terracotta liegt diese Temperatur zwischen ca. 900 und 1000°C.
Beispielsweise werden Gefäße aus Impruneta Terracotta bei 1000°C gebrannt aber nie darüber, da der Ton sonst sintert und seine Atmungsaktivität verliert. Frostfeste Terracotta muss somit hoch gebrannt werden, da sie sonst zu offenporig und porös bleibt und somit nicht frostfest ist.
Bei Steinzeug – Keramik liegt die Brenntemperatur zwischen ca. 1200 und 1300°C.
Hier verschmelzen die Metallanteile im Ton, sodass die Gefäße kaum mehr Wasser aufnehmen. Die Gefäße „verklinkern“ sozusagen und sind damit sehr robust gegen Frost.

C-G:

Glasuren/Salzglasuren/Sandstrahlung
Hochwertige Glasuren in allen denkbaren Farbvarianten verleihen den Töpfen ein dekoratives Aussehen und dienen auch der Haltbarkeit des Gefäßes.
Glasuren bestehen aus Mineralien, die in flüssigem Zustand aufgebracht werden – Verglasung – und beim Brennen eine glänzend glatte Oberfläche erzeugen. Craquelé-Risse sind eine gewollte Erscheinung.
Die so genannten Laufglasuren bieten ein schier unerschöpfliches Farbspektrum und gelten als die schönsten und abwechslungsreichsten Glasuroberflächen weltweit.
Salzglasuren tragen unsere zeitlosen Steinzeuggefäße der Serie Lotus aus Thailand. Hier wird im Brennvorgang Salz in den Ofen gebracht, welches an der Oberfläche der Gefäße kondensiert und diese schönen abwechslungsreichen braunen Farbtöne zum Vorschein bringt.
Sandgestrahlt werden unglasierte oder mit Salzglasuren glasierte Gefäße nach dem Brennen per Hand mit dem Sandstrahler. Diese lässt jedes Gefäß zum einzigartigen Unikat werden.

H-O:

Herstellung
Terracotta und Steinzeug
Die ursprünglichste Art der Herstellung von Gefäßen ist das so genannte Aufbauen von Tonsträngen. Dabei werden Streifen von Ton übereinander gelegt und verstrichen. Selbst große Gefäße von 1 m Durchmesser können so aufgebaut werden.
In einem weiteren Arbeitsgang können Verzierungen aufgebracht werden.
Alternativ werden traditionelle Gipsformen benutzt, in die der Ton von Hand eingearbeitet wird. Er wird in die Form gedrückt und geschlagen. In diesen Formen verbleibt der Ton mehrere Tage, bis das Wasser teilweise durch den Gips aufgesaugt und das Gefäß um einige Prozent geschrumpft ist. Danach wird die Gipsform entfernt, was jetzt gut möglich ist und der Topf wiederholt manuell nachgearbeitet. Zum Beispiel werden jetzt Verzierungen nachgearbeitet oder komplett neue Ornamente angebracht und Nähte der mehrteiligen Gipsformen geglättet.
Möglich ist auch die Herstellung von Gefäßen auf Töpferscheiben. Hier wird ein Tonstück durch die Hände in Form gebracht, meist sind es runde Formen die so hergestellt werden.
Die Trocknungszeiten des Tons beträgt nun mehrere Tage oder je nach Dicke Wochen, damit möglichst keine Schäden beim Brennen im Ofen geschehen. Denn nur absolut trockene Pflanzkübel und Objekte dürfen in den Ofen zum Brennen gebracht werden, da Wasser, welches im Ofen verdunstet, die Gefäße zerstören kann.
Fiberstone
Bei Fiberstone Produkten werden die verschieden Materialien Steinmehl, Polyesterharz und Fiberglas miteinander verbunden. Dies geschieht per Hand in Formen. Viele Gefäßoberflächen werden noch zur Vollendung der authentischen Oberflächen geschliffen. Bei Gefäßen mit graden Wänden kann es zu einer leichten Konkavität kommen. Werden die Gefäße mit Erde befüllt, verringert sich dieser Effekt wieder.
Kunststoffe Vicenza und Serra
Zur Herstellung von Gefäßen aus Rotationskunststoff  benötigt man große Maschinen, die die Metallformen aufnehmen können. In diese Formen wird der Kunststoff eingespritzt und dann wird diese Form zum Rotieren gebracht, man kann auch sagen geschleudert. Dieser Herstellungsprozess kann einen längeren Zeitraum dauern. Nach der eigentlichen Fertigung werden die Gefäße noch mit einem Spezialharz (PE) endrealisiert und per Hand nachgearbeitet und geprüft.

P-S:

Pflege
Wenn Sie möchten, dass Ihre Terracotta Kübel oder Objekte immer neuwertig aussehen und keine Patina bekommen sollen, dann müssen Sie sie vorher mit einer Imprägnierung behandeln. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Produkt der Firma Pro Stone – diese Imprägnierung können Sie bei uns erwerben – gemacht. Dieses wird im absolut trockenen Zustand, dies bitte unbedingt beachten, von innen und von außen bis zur Sättigung in einen Arbeitsprozess aufgetragen. Danach müssen die Objekte noch mindestens 48h trocknen. Das Wasser, welches das Lösungsmittel dieses umweltfreundlichen Produktes ist, muss in dieser Zeit verdunsten und die chemische Reaktion des Mittels mit den Tonmineralen ist erst danach abgeschlossen. Dieser Vorgang wird nur ein einmal durchgeführt und muss nicht mehr wiederholt werden. Da sich nur die größeren Wasserporen im Gefäß verschließen und die kleineren Luftporen geöffnet bleiben, bleibt die Atmungsaktivität der Terracotta erhalten. Bei späteren Reinigungen bitte nur Wasser und leichte Seifenlaugen und keine Säuren benutzen, um die Imprägnierung zu schützen.
Grünspan an Gefäßen, welcher zumeist aus Moosen, Algen und Flechten besteht, wird am einfachsten mit einer Wurzelholzbürste und einer Seifenlauge oder Essigessens entfernt. Mit guter Muskelkraft erreicht man meist sehr gute Ergebnisse. Von chemischen Algenentfernern oder sonstigen Mittel bitte ich Sie zum Wohle unserer Umwelt abzusehen. Reinigung mit Hochdruckreinigern bitte vorher an einer robusten Stelle testen, ob es nicht zu Schäden kommen kann, gerade bei Figuren und Objekten ist dies im Vorwege unbedingt zu prüfen.
Kunststoffgefäße können mit handelsüblichen Kunststoffreinigern gereinigt werden.
Die Fiberstone Gefäße in der Farbe schwarz können nach einiger Zeit etwas verblassen. Dies liegt daran, dass unser Hersteller nur sehr geringe Kunststoffanteile im Gefäße verwendet, um eine möglichst natürliche und schöne Oberflächenoptik zu bekommen. Mit Klinker- und Keramiköl von Mellerud – bei Teramico erhältlich – oder Vaseline können Sie die Gefäße einreiben und sie sehen sofort wieder aus wie neu. Für ein Gefäß mit einem Durchmesser von fünfzig Zentimeter benötigen Sie mit einem mit Klinkeröl getränkten Lappen, nur ungefähr zwei Minuten an Zeit zur Auffrischung der Oberfläche.

T-Z:

Terracotta
Terracotta heißt übersetzt „gebrannte Erde” und bezeichnet allgemein das Material aus dem die Pflanzkübel hergestellt werden.
Terracotta-Gefäße werden überwiegend aus Erden in dunklen Farbtönen hergestellt, die sich nach dem Brennen rötlich-braun färben. Bevor der Ton verarbeite werden kann, muss er getrocknet und gemahlen werden. Danach wird er mit Wasser verrührt und in größere Rührschüssel gegeben, inzwischen übernehmen Maschinen den Knetvorgang. Sie können sich das in etwa wie beim Kuchen backen vorstellen. Die Tonmasse muss danach so homogen wie möglich sein, um sie weiter verarbeiten zu können – siehe auch Herstellung von Terracotta.

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